Zahnfleischrückgang/Rezessionen

Zahnfleischrückgang wird im Laufe des Lebens wohl jeder Mensch mehr oder weniger deutlich feststellen. Seien es ein einzelner oder mehrere freiliegende und / oder auch empfindliche Zahnhälse oder Kronenränder. Ob junger Mensch, oder eventuell erst später im Lebensalter. Zahnfleisch ist die Abdichtung der knöchernen Zahnverankerung und ein Rückgang von Zahnfleisch bedeutet meist auch einen Verlust an zahntragenden Knochen.

Beim Zahnfleischrückgang unterscheidet man in der Regel 2 Varianten.
Der Rückgang kann entweder durch eine Entzündung entstanden sein, oder aber durch eine mechanische Verletzung / Beanspruchung. Die mechanische Verletzung ist in der Regel bei anatomisch dünnem Zahnfleisch und Knochen der Hauptgrund.

Die Ursache für den entzündungsbedingten Rückgang sind normalerweise Bakterien (für genauere Infos siehe auch den Link Parodontologie). Da der Zahnfleischrückgang bei einer Parodontitis meist mehr als nur die äußere sichtbare Fläche des oder der Zähne betrifft, ist ein Wiederaufbau des zurückgegangenen Zahnfleisches durch chirurgische Verfahren eher nicht zu erzielen. Hier kommen entweder Zahnumformungen mit Komposit oder prothetische Möglichkeiten wie Überkronungen oder Veneers in Frage. Sind die Größe der Zahnzwischenräume sehr deutlich, kann auch ein „künstliches Zahnfleisch“ durch eine Gingivaepithese (zum Herausnehmen) sinnvoll sein.

Der anatomisch und mechanisch bedingte Rückgang des Zahnfleisches tritt oft schon in jungen Jahren auf.
Die Ursachen hierfür liegen in der Anatomie (Anzahl und Größe) der Zähne, deren Stellung im Kiefer und der Kiefergröße. Wir Menschen „leiden“ zunehmend unter dem Problem, dass für alle Zähne meist nicht mehr genug Platz im knöchernen Kiefer ist. Wollen sich dann alle Zähne möglichst gleichmäßig nebeneinander im Kiefer aufstellen, gibt  es abhängig von der Größe des Kiefers oft Platzprobleme. Meist wird auch eine kieferorthopädische Behandlung durchgeführt, um die Zähne „gerade“ aufzustellen. Es resultiert jedoch ein Zahnbogen, der über den äußeren Rand des Kieferknochens ragt. Zudem ist das Zahnfleisch dadurch sehr dünn. Auf eine kleine Verletzung des Zahnfleisches folgt als Therapie dann oft ein noch intensiveres Zähneputzen welches den Rückgang dann noch weiter beschläunigt. Dünnes Zahnfleisch hat somit eine hohe Wahrscheinlichkeit auf „Dauer“ einen Rückgang zu erleiden. Zudem kann dickeres Zahnfleisch auch  der täglichen Reinigung besser widerstehen.

Den anatomisch bedingten Rückgang des Zahnfleisches kann man heute sehr erfolgreich mit speziellen mikro-chirurgischen Verfahren wiederherstellen. Hierbei kann das Zahnfleisch oft sogar in seine ursprüngliche Position zurückgesetzt werden. Da ein sehr dünnes Zahnfleisch meist der Grund für den Rückgang des Zahnfleisches ist, kann mit zusätzlich eingebrachtem Gewebe auch die Dicke des Zahnfleisches nachhaltig verbessert werden. Das eingebrachte Gewebe wird am sinnvollsten am Gaumen entnommen und regeneriert sich dort auch vollständig wieder. Auch Gewebe „aus der Verpackung“ ist heute verwendbar.
Vorteil der Verfahren sind die erneute dauerhafte Befestigung von Zahnfleisch auf der vorher exponierten Wurzeloberfläche, die Verbesserung/ Beseitigung von Zahnhalsempfindlichkeiten und Vermeidung von weitere Substanzdefekten.